Multiplikatorenschulung – Präventionsstrategien gegen religiöse und politische Radikalisierung

Deutschland ist schon längst ein multikulturelles Land mit einer hohen Diversität an Religionen. Neben dem Christentum und anderen Religionen leben in Deutschland viele muslimische Familien. Mit dem Zuzug tausender Flüchtlinge steigt diese Zahl in den letzten Jahren erheblich. Deutschland steht nun vor der Herausforderung, diese Menschen zu integrieren und möglichen Radikalismus, Abschottung und religiösen Fundamentalismus abzuwenden. Dennoch liest man häufig, dass Salafisten, hoch im Kurs unter unseren muslimischen Mitbürgern und auch deutschen Jugendlichen stehen. Die Anschläge von Paris, Brüssel, Nizza, Berlin und zuletzt London zeigen, wie brisant das Thema Radikalisierung und daraus entstehender Terror in Europa ist.

Es stellt sich die Frage, warum vor allem junge Menschen Anschluss zu radikal islamischen Gruppierungen suchen? Was bewegt sie dazu, aus religiöser Überzeugung zu töten, in den Krieg zu ziehen und zu sterben? Warum wird unser hier gelebtes demokratisches Grundverständnis von den betroffenen Jugendlichen, die schon lange Zeit in Deutschland leben oder sogar hier geboren wurden, abgelehnt?

Die Anzahl von in Deutschland lebenden Jugendlichen, die aus radikaler Überzeugung in den Krieg ziehen, steigt. Neben intrinsischen Beweggründen, sich solchen radikalen Gruppen anzuschließen, muss auch die Frage in die Debatte mit einfließen, wie Jugendliche vor Rekrutierung in radikalen Gruppen geschützt werden können. Diesen Problemen muss definitiv die Stirn geboten werden. Hier soll gesamtheitlich, d.h. durch allgemeine Präventionsmaßnahmen und gezielte Interventionen gegen Radikalisierung von in Deutschland lebenden Migranten und deutschen Jugendlichen angekämpft werden. Für diese Arbeit benötigen wir Menschen, die ein tieferes Verständnis von diesen Jugendlichen haben – von ihrer Kultur, ihren Werte, ihrem Glauben und ihrer Situation.

Es ist sehr wichtig, dass die Multiplikatoren ganzheitlich ausgebildet werden und die nötigen Kompetenzen an die Hand bekommen, um diese Jugendliche zum Thema Radikalisierung effektiv zu beraten, sie zu begleiten und zu unterstützen.

 

Ziele und Inhalte

Ziel des Trainings ist es, die Selbstsicherheit der Teilnehmenden im Umgang mit den Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu stärken und ihre professionelle Effizienz in der interkulturellen Erziehung/Bildung zu fördern. Die Veranstaltung soll so auch einen Beitrag zu mehr persönlicher Zufriedenheit im Rahmen des jeweiligen institutionellen Projektes leisten.

Förderung der interkulturellen Dialogkompetenz zur Entradikalisierung der Jugendlichen.

Die Teilnehmenden:

  • verstehen den Prozess der Radikalisierung der Jugendlichen
  • lernen, die Situation der Jugendliche ganzheitlich einzuschätzen
  • erkennen, was sie tun können, um die Beratungssituation mit ihren Jugendlichen erfolgreich und für alle Beteiligten zufriedenstellend zu gestalten.
  • kennen Strategien, um die Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die Gesellschaft zu integrieren und zum Lernen zu motivieren
  • nehmen kulturelle Unterschiede bewusst wahr und reflektieren diese
  • erkennen interkultureller Missverständnisse und lernen konstruktiv damit umzugehen
  • reduzieren typischer Reibungsverluste in dem interkulturellen pädagogischen Kontextstärken ihre Kommunikationskompetenzen im Dialogprozess
  • tauschen sich über eigene Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen aus.

Unsere Zielgruppe

Sozialarbeiter/innen, Studierende und Mitarbeiterinnen der Organisationen, die mit den Jugendlichen mit Migrationshintergrund ehrenamtlich arbeiten.

Referenten

Organisatorisches

Vom Oktober bis Dezember 2017 werden 6 Workshops je 2 Tage in 3 verschieden Städten (Nürnberg, Witten, München, Mannheim) für die Teilnehmenden angeboten. Anschließend wird an jedem Veranstaltungsort eine 1-tägige Abschlussveranstaltung im Form von Open Space/World Café durchgeführt, um den Austausch zu stärken und die Teilnehmenden miteinander zu vernetzen. Diese zweitägige Workshops setzen sich aus Input-Vorträgen, interaktiven Diskussionen und diversen Übungen für Dialogprozesse und interkulturelle Kommunikation zusammen.

Der Workshop enthält folgende Themenbereiche:

  • Input-Vortrag Wie verläuft der Prozess der Radikalisierung und welche Anzeichen einer Radikalisierung gibt es?
  • Interaktive beratende Diskussion: Wie kann man mit diesen Jugendlichen sprechen?
  • Kultur und Wahrnehmung: Wie beeinflusst Kultur unsere Realität und unser Verhalten?
  • Übungen für interkulturelle Kommunikation: Wie kann man mit kulturellen Unterschieden umgehen?
  • Einführung in Dialogprozess und Übungen: Wie kann man Vertrauen gewinnen
  • Übungen für transparente Kommunikation: Wie kann man achtsam und transparent kommunizieren?

Kooperationspartner

Der erste Workshop fand am 14. und 15. Oktober 2017 in Nürnberg statt. Unsere Kooperationspartner war AWO Nürnberg unter der Leitung von Ilona Christl.

Der nächste Workshop wird am 9. und 10. December 2017 von 10:00 bis 15:00 Uhr an der Universität Witten/Herdecke in Raum D.492 statt finden. Weitere Informationen

Anmeldung

 Kazuma.matoba@uni-wh.de oder 0176-55111369

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